Newsletter vom 8.12.2020

Liebe Steppenkind-Freunde,
Ihr habt dieses ganze herausfordernde Jahr 2020 zu uns gehalten.
Im Namen der STEPPENKINDER in Khaliun Danke Danke Danke!

Wie sieht es aus in Khaliun?

Die diesjährige Gemüse-Ernte hat unser (nur hochgerechnetes) Ziel zu 77,2 % (das sind 15.434 kg) erreicht. Hochrechnungen sind für Anträge, die sowohl qualitative wie quantitative Angaben verlangen, erforderlich. 

Die fehlenden Prozente sind in erster Linie der extremen Trockenheit geschuldet, die den Distrikt und sogar die ganze Provinz Gobi Altai in 2019 und 2020 heimgesucht hat. Wir dürfen nicht vergessen, dass der Distrikt Khaliun zur Gobi gehört und Halbwüste ist. Alles was wir landwirtschaftlich in Khaliun einsetzen, dient neben der Ernährungssicherung zugleich der Umkehrung der Gefahr der Verwüstung.

Auch die Verzögerung der Lieferung der zweiten Tröpfchen-Bewässerungsanlage und der größeren Ackergeräte bis Ende Juli aufgrund von Corona war nicht förderlich. Dass wir trotzdem 77,2 % erreichten, ist eine beachtliche Leistung unserer Gärtner. Was es heißt, schwere körperliche Arbeit in diesem Klima zu verrichten, können wir uns hier kaum vorstellen.

Unsere Projektleiterin Enkhtuya B. schrieb mir, dass sogar alle mobilen Viehzüchter des Distrikts, ihre Weidegebiete weit weg in anderen Distrikten – Altai, Bayan-Uul, Khukmorit und Darvi – suchen mussten. Sonst wären ihre Herden verhungert.
Auch unsere Sanddorn-Ernte „fiel ins Wasser“ bzw. in die Trockenheit. Die Fruchtansätze waren zufriedenstellend und die Hoffnung auf eine gute Ernte groß. Dann vertrocknete alles. Wie traurig!

Trotz allem:

Beide Keller – der 20 Tonnen und 50 Tonnen fassende – sind gefüllt.

Ernte im Kellerlager     Schneelandschaft

18 Familien des Sums haben vor einigen Jahren begonnen, Gemüse anzubauen und 2020 insgesamt 33 Tonnen geerntet. Die Familien nutzen den großen Keller, unsere NGO den kleinen.

Es sind in Khaliun insgesamt ca. 50 Tonnen Gemüse geerntet worden.
Wie erstaunlich das ist, wissen alle, die mit mir in der Mongolei unterwegs waren.

Alle Dorfbewohner haben jetzt mit der Möglichkeit der Gemüselagerung in unseren Kellern Anteil an unseren Investitionen.

Laut Enkhtuya sind sie sehr glücklich darüber und dankbar. Das freut mich außerordentlich.
Dieses sehr wichtige, ja sogar grundlegende Ziel, haben wir also 100-prozentig erreicht.

  • 2020 hat unsere NGO außerdem Roggen auf 0,5 Hektar gesät und 100 kg geerntet, die gemahlen und verkauft werden sollen. Unsere Getreidemühle ist im Einsatz!
  • Am 11. 12. wird wie geplant das zweite betriebswirtschaftliche Training in Altai City stattfinden;
    das dritte im Frühjahr.

Erfreulich:

  • Einige Menschen haben sich wieder an unser STEPPENKIND erinnert, von denen ich lange nichts gehört hatte.
  • Auch junge Menschen haben an das STEPPENKIND gedacht und gespendet und zwei junge Menschen – Jana und Linda – haben einen Dauerauftrag für das Steppenkind eingerichtet.

Das macht Hoffnung. Vielleicht kommen mit der Zeit noch andere dazu.

Die empfohlene Corona-Maßnahme des „social distancing“ bezieht sich ja nur auf den äußeren räumlichen Abstand, die Abstands-Meter. Der Begriff passt nicht ganz. Nähe und Wärme erleben wir trotzdem. Das sehe ich an Eurem Interesse und Mitgefühl für die STEPPENKINDER, die viele Kilometer weit weg sind.

Ein Glück, dass Ihr Euch von dieser enormen räumlichen Distanz nicht abhalten lasst. Dafür sind die Menschen in Khaliun und wir hier aufrichtig dankbar.

Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.
(Francis Bacon)

Ich wünsche Euch allen von Herzen – viel Nähe und Wärme – gegebenenfalls auch über den äußeren Abstand hinweg.

Frohe Weihnachten und ein gesegnetes Neues Jahr
Sibylle