Newsletter vom 9.11.2021

Liebe Steppenkind-Freunde,

die Mongolei gehört zu den Ländern, die die Hauptlast des Klimawandels tragen müssen. Die Folgen der Flut im August sind erheblich und noch nicht behoben. In diesem Newsletter will ich nicht nur über aktuelle Herausforderungen, sondern auch erfreuliche Ereignisse berichten.

Die Maul- und Klauenseuche, die bald nach der Flut zu grassieren begann, führte leider zu weiteren Quarantäne-Zeiten. Ein Jammer!

Enkthuya Battulga hat sich – da immer wieder von der Regierung für administrative Aufgaben eingesetzt – in den letzten Wochen an die Behörden der Provinz- und der Distrikt-Regierung gewandt und Hilfen beantragt.

Das sind die bisherigen Ergebnisse:

  1. Leider hat die Katastrophenhilfe der Provinz Gobi Altai die knappen Mittel bereits für die Corona-Krise ausgegeben und kann Khaliun nicht unterstützen. Wie gut, dass uns das möglich war und hoffentlich noch sein wird.
    Danke an alle Spenderinnen und Spender.
  2. Die Distriktbehörde in Khaliun will den Aufbau der Zäune mit 600 Euro unterstützen. Das ist angesichts der Zerstörung nicht viel, zeigt aber den guten Willen und verdient Anerkennung.
    Allerdings wird wesentlich mehr für die Reparatur der Zäune und die Errichtung neuer Zäune benötigt:
    Vorläufig laut Kostenvoranschlag ca. 4.500 Euro.
    Das ist ein Bruchteil dessen, was die Zäune im Laufe der Jahre gekostet haben. Die Zäune halten die Tierherden fern und sind unverzichtbar.
  3. Die Plantagen sollen in Zukunft vor Sturzfluten geschützt werden. So gut das eben möglich ist.
    Geplant sind Gräben und Wälle. Das ist die Empfehlung eines mongolischen Experten, der lange beim Fraunhofer Institut tätig war.

Erfreuliches von unserem Projekt

  1. Große Reinigungsaktion nach der Flut
    Mithilfe der 34 Familien, die von uns die kleine Soforthilfe erhielten, konnten bisher zumindest zwei Hektar von Schlamm und Geröll befreit und umgegraben werden. Von 20 Bäumen wurde der Lehm entfernt.
  2. Das große Keller-Lagerhaus in Altai City ist fertig
    Trotz coronabedingten Lieferverzögerungen und der Verteuerung der Materialien wurde das große Keller-Lagerhaus in Altai City jetzt fertiggestellt und kann in Betrieb genommen werden. Das ist vor allem dem Einsatz der Projektleiterin vor Ort, Enkthuya Battulga, zu verdanken.

    Keller-Lagerhaus in Altai City

    Keller-Lagerhaus in Altai City

  3. Reaktivierung eines Brunnens
    Ein Brunnen, der mehr als 5 km vom Dorf entfernt liegt, wurde während der Corona-Zeit von der Sum-Verwaltung repariert und mit einem Brunnenhaus versehen. Er war in den 90er Jahren versiegt und zerstört worden. Jetzt kann er wieder genutzt werden.

    Das neue Brunnenhaus

    Das neue Brunnenhaus

    Ein Dorf-Laster transportiert das Wasser zum Dorf. Unser Laster (der NGO) holt von dort Wasser und bringt es zur Schule. Das ist eine große Erleichterung für die Kinder, die bis dahin umständlich aus der Quelle Wasser schöpfen mussten.

    Ich vermute die Wiederherstellung des Brunnens hat mit dem Krankenhaus in Khaliun zu tun, dessen Bau 2019 begann und seit einiger Zeit in Betrieb ist. Die Corona-Kranken wurden bereits in diesem Krankenhaus behandelt.

  4. Neuanlage einer Stachelbeere-Plantage
    Im Jahr 2022 können wir die von Prof. Chuluubaatar geplante Plantage anlegen – dank einer großzügigen privaten Spende, sowie unserer Spenden-Sammlung durch Betterplace und hoffentlich mit einem Zuschuss durch eine Stiftung.
  5. Gemüseanbau 2022
    Sobald Gräben und Zäune erstellt sind, ist geplant auf mindestens vier Hektar Gemüse anzubauen. In den kommenden Jahren soll die Gemüseanbaufläche nach und nach auf 6 – 7 Hektar erweitert werden.
  6. Interview in Radio Lora
    Im September gab es in Radio Lora ein Interview zu unserem Projekt STEPPENKIND.
    https://kolibri-stiftung.de/kolibri-bei-radio-lora/#steppenkind

Ich bin so froh, dass die Menschen in Khaliun nicht aufgeben.


Erinnerung

Im Juni 2022 ist eine Reise in die Mongolei in die Wüsten-, Steppen- und Gebirgsregionen des Altais geplant.
Kleine Terminänderung: 8.6. bis 3.7. 2022

Wer Steppe und Wüste einmal intensiv erleben durfte, den lässt sie nicht mehr los. Obwohl so weit und scheinbar „menschenleer“, ist sie ein Ort der Geborgenheit. Die Zeit dehnt sich auf geheimnisvolle Weise, verschwindet aus den Augen und dem Sinn. Manchmal scheint am Abend eine Ewigkeit seit dem Morgen vergangen zu sein. Eine Palette von Pastellfarben beruhigen die Augen und das Herz.
Meldet Euch, dann können wir Einzelheiten besprechen.

Nach der Reise gibt es auch wieder neue Fotos aus der Mongolei und vom Projekt. Im Moment sind die leider rar, so dass dieser Beitrag im Moment kein Titelfoto hat.